Gutachten - Erklärungen - Begriffe - Hinweise

Gerichtsgutachten:                                                                                              Wird ein Sachverständiger vom Gericht beauftragt, in einer bestimmten gerichts-anhängigen Sache ein Gutachten bzw. ein Beweis sicherendes Gutachten zu erstellen, so handelt es sich um ein Gerichtsgutachten. In solchen Fällen assistiert der Sachverständige dem Richter quasi als das sachverständige Auge. Eine Vergütung erfolgt nach vorgeschriebenen Honorarbeträgen der JVEG (Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz)

Gerichtliche Beweissicherung:                                                                                  Wenn es darum geht, in gerichtsanhängiger Sache einen aktuellen Ist-Zustand zu sichern, so beauftragt das Gericht fachkundige öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige mit der Erstellung eines Beweis sichernden Gutachtens. Eine Vergütung erfolgt nach den vorgeschriebenen Honorarbeträgen der JVEG (Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz)

Privatgutachten:                                                                                    Gutachteraufträge, die einem Sachverständigen von Privatpersonen, Bauämtern, Versicherungen, Firmen etc. erteilt werden, bezeichnet man als Privatgutachten. Da in solchen Fällen eine Partei den Auftrag erteilt, werden diese Schriftsätze zumeist als Parteien-Gutachten bezeichnet, die vor Gericht kaum Gültigkeit haben, weil dem Gutachten oft Parteilichkeit zugeschrieben wird.

Schiedsgutachten:                                                                                                Bei einem Schiedsgutachten vereinbaren die Parteien schriftlich, dass sie sich dem gutachterlichen Ergebnis des gemeinsam beauftragten Sachverständigen beugen. Je nach Anteil der Mängelverursachung, obliegt es zumeist auch dem Schiedsgutachter, eine entsprechende Quotelung der Kosten zu ermitteln. Die Vergütung für Schiedsgutachten ist zwischen den Parteien frei vereinbar - normalerweise liegen die Stundensätze höher als für Gerichtsgutachten.

Gegengutachten:                                                                                               Wenn eine Partei mit dem belastenden Ergebnis eines Parteiengutachtens nicht einig geht, beauftragt sie selbst und auf eigene Kosten einen Sachverständigen, um überprüfen zu lassen, ob die Sachaussagen des Parteiengutachters richtig sind, oder nicht. Dieser Schriftsatz wird als Gegengutachten bezeichnet.

Gefälligkeitsgutachten:                                                                                   Gutachten sind grundsätzlich mit größtmöglicher Objektivität und Neutralität auszuführen. Leider kommt es vor, dass sachverständige Gutachterkollegen sich an diese Grundregel nicht halten und gutachterliche Schriftsätze „sehr gefällig“ zu Gunsten ihres Auftraggebers ausführen. In solchen Fällen handelt es sich um „Gefälligkeitsgutachten“, die für die betreffenden Sachverständigen böse strafrechtliche Folgen haben können.